Specsavers vs. Alina Blaulichtfilter
Specsavers im Vergleich zum Alina-Blaulichtfilter
Das Interesse an Blaulichtbrillen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen, unter anderem aufgrund der intensiven Nutzung digitaler Bildschirme im beruflichen und privaten Alltag. Optikgeschäfte wie Specsavers bieten Brillen mit Blaulichtfilter an, während spezialisierte Marken wie Alina auf eine stärkere Reduzierung von Blaulicht setzen. In diesem Artikel werden beide Ansätze anhand der verwendeten Technologie, des Ausmaßes der Blaulichtblockierung und der praktischen Anwendung verglichen.
Haftungsausschluss: Dieser Vergleich soll weder die Wirkung des einen Produkts gegenüber dem anderen kritisieren noch diese infrage stellen. Ziel dieses Artikels ist ausschließlich die Bereitstellung objektiver Informationen, damit Leserinnen und Leser auf Grundlage ihres individuellen Verwendungszwecks eine fundierte Entscheidung treffen können.
Blaulicht und seine Auswirkungen auf den menschlichen Körper
Blaulicht ist Teil des sichtbaren Lichtspektrums und liegt im Wellenlängenbereich zwischen 380 und 550 Nanometern. Dieses Licht spielt tagsüber eine wichtige Rolle für die Aufmerksamkeit und die kognitive Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig zeigen wissenschaftliche Studien, dass eine übermäßige Blaulichtbelastung, insbesondere am Abend, die Melatoninproduktion und den zirkadianen Rhythmus stören kann (Chang et al., 2015).
Untersuchungen der Harvard Medical School (2020) zeigen, dass Blaulicht in den Abendstunden die biologische Uhr stärker beeinflusst als andere Lichtfrequenzen, was zu einer schlechteren Schlafqualität und einer längeren Einschlafzeit führen kann. Darüber hinaus wird Blaulicht bei längerer Bildschirmnutzung mit digitaler Augenbelastung in Verbindung gebracht (Rosenfield, 2016).
Möchtest du mehr über die Auswirkungen von Blaulicht auf den Körper erfahren? Entdecke unser kostenloses E-Book
Blaulichtbrillen von Specsavers und Reflexionstechnologie
Die Blaulichtbrillen von Specsavers, Ace & Tate und anderen Anbietern verwenden in der Regel Reflexionstechnologie. Dabei wird eine dünne Beschichtung auf dem transparenten Glas aufgebracht, die einen Teil des blauen Lichts reflektiert. Dieser Brillentyp ist meist transparent und beeinflusst die Farbwahrnehmung nur minimal.
Vergleichende Untersuchungen zu Blaulichtbeschichtungen für klare Gläser zeigen, dass diese Art von Filter durchschnittlich 10 bis 20 Prozent des blauen Lichts blockiert – abhängig von der jeweiligen Beschichtung und dem Wellenlängenbereich (Leung et al., 2017). In der Praxis entspricht dies einer durchschnittlichen Blockierung von etwa 15 Prozent. Specsavers und andere genannte Unternehmen veröffentlichen in der Regel keine detaillierten Transmissionskurven, wodurch ein exakter Vergleich nur eingeschränkt möglich ist. Aber eine transparente Brille, die 100 % des Blaulichts blockiert? Eine solche gibt es nicht.
Ein wichtiger Nachteil der Reflexionstechnologie besteht darin, dass sich die Filterschicht auf der Außenseite des Glases befindet. Dadurch kann die Wirksamkeit im Laufe der Zeit durch Abnutzung, Reinigung und den täglichen Gebrauch abnehmen. Außerdem wird das gefilterte blaue Licht nicht absorbiert, sondern zurückgeworfen, wodurch die tatsächliche Reduzierung in Richtung des Auges begrenzt wird.
Alina-Blaulichtbrillen und Nano-Absorptionstechnologie
Die Blaulichtbrillen von Alina verwenden Nano-Absorptionstechnologie. Statt einer Oberflächenbeschichtung wird das blaue Licht im Linsenmaterial selbst absorbiert und in nicht wahrnehmbare Wärme umgewandelt. Dadurch wird das Licht tatsächlich aus dem Spektrum entfernt, bevor es das Auge erreicht.
Die Tagesbrillen von Alina blockieren durchschnittlich etwa 35 Prozent des blauen Lichts. Dieser Blockierungsgrad liegt deutlich über dem von herkömmlichen Reflexionsbeschichtungen und bleibt über die gesamte Lebensdauer der Linse stabil, da keine verschleißanfällige Beschichtung vorhanden ist.
*Die roten Abendbrillen von Alina blockieren 99,9 %, aber das ist kein fairer Vergleich. Transparente oder gelbe Gläser sind ebenfalls nicht für den Abend geeignet, da sie zu viel Licht durchlassen.
Absorptionsbasierte Filter gelten in der Fachliteratur als wirksamer als reflektierende Filter, wenn es darum geht, die gesamte Blaulichtbelastung zu reduzieren (Lin et al., 2019). Außerdem verhindert diese Technologie unerwünschte Reflexionen in Richtung der Augen und der Umgebung.
Warum wir uns für eine Tagesbrille mit 35 % Blaulichtabsorption entschieden haben
Bei der Entwicklung unserer Tagesbrille haben wir uns bewusst für einen Ansatz entschieden, der auf eine langfristige Bildschirmnutzung am Tag abgestimmt ist. Viele vollständig transparente Blaulichtbrillen konzentrieren sich hauptsächlich auf die Filterung des äußersten blau-violetten Teils des Spektrums, in der Regel zwischen 380 und 415 Nanometern. Diese Wahl minimiert visuelle Veränderungen, lässt jedoch einen großen Teil des biologisch und visuell relevanten blauen Lichts unberücksichtigt.
Deshalb haben wir uns für eine Tagesbrille entschieden, die etwa 35 % des blauen Lichts absorbiert und im Bereich von 380 bis 455 Nanometern aktiv filtert. Dieses breitere Spektrum umfasst den Anteil des blauen Lichts, der in modernen Bildschirmen und Beleuchtungen besonders stark vertreten ist. Durch den Einsatz von Absorptionstechnologie wird dieses Licht im Linsenmaterial selbst aufgenommen, statt reflektiert zu werden. Dadurch bleibt die Wirkung bei der täglichen Nutzung stabil.
Unserer Ansicht nach bietet diese Konfiguration die beste Balance zwischen spürbarem Sehkomfort und einer natürlichen Farbwahrnehmung am Tag. Das Ziel dieser Tagesbrille besteht daher nicht darin, blaues Licht vollständig zu blockieren, sondern eine übermäßige Belastung während der Arbeit und anderer bildschirmintensiver Aktivitäten am Tag kontrolliert und nachhaltig zu reduzieren.
Grenzen von Blaulichtbrillen bei der Nutzung am Abend
Obwohl Blaulichtbrillen häufig als allgemeine Lösung dargestellt werden, zeigen mehrere Studien, dass Brillen mit einer geringen bis mittleren Blaulichtblockierung nicht ausreichen, um die Melatoninproduktion am Abend zu schützen. Burkhart und Phelps (2009) zeigten, dass nur eine vollständige Blockierung des blauen Lichtspektrums einen signifikanten Einfluss auf die Schlafqualität hatte.
Daraus folgt, dass sie in erster Linie für die Nutzung tagsüber und während der Bildschirmarbeit geeignet sind, nicht jedoch für die Nutzung am Abend oder in der Nacht. Dieser Unterschied wird in der kommerziellen Kommunikation häufig nicht ausreichend deutlich gemacht.
Clip-ons als praktische Alternative für Brillenträger
Für Menschen, die bereits eine Brille mit Sehstärke tragen, bringt eine integrierte Blaulichtbeschichtung zusätzliche Kosten und Einschränkungen mit sich. Die Beschichtung ist dauerhaft, verschleißanfällig und nicht an die Tageszeit anpassbar.
Clip-on-Lösungen, wie sie von Alina angeboten werden, stellen eine flexible Alternative dar. Damit kann der Nutzer einfach zwischen der Nutzung mit und ohne Blaulichtfilter wechseln, ohne eine zusätzliche Brille anschaffen zu müssen oder von einer fest installierten Beschichtung abhängig zu sein. Aus praktischer Sicht entspricht dies besser der wissenschaftlich belegten Unterscheidung zwischen der Blaulichtbelastung am Tag und am Abend.
Fazit
Der Vergleich zwischen den Blaulichtbrillen von Specsavers und Alina zeigt, dass die verwendete Technologie je nach Ziel einen wesentlichen Unterschied macht. Reflexionstechnologie führt zu einer begrenzten Blaulichtreduzierung von etwa 15 Prozent und ist in erster Linie auf Sehkomfort ausgerichtet. Nano-Absorptionstechnologie, wie sie bei der Alina-Tagesbrille eingesetzt wird, bietet eine höhere und nachhaltigere Blockierung von etwa 35 Prozent und reduziert die gesamte Blaulichtbelastung wirksamer.
Für die Nutzung am Abend gilt jedoch, dass keine der beiden Lösungen ausreichenden Schutz vor einer Störung des zirkadianen Rhythmus bietet; hierfür ist eine vollständige Blaulichtblockierung erforderlich. Eine fundierte Entscheidung für eine Blaulichtbrille setzt daher ein Verständnis sowohl der Technologie als auch des vorgesehenen Nutzungszeitpunkts voraus.
