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Artikel: Saisonale affektive Störung: Symptome, Ursachen und Behandlung

Saisonale affektive Störung: Symptome, Ursachen und Behandlung

Während der dunklen Monate des Jahres bemerken viele Menschen eine deutliche Veränderung ihrer Stimmung und ihres Energielevels. Während der Sommer oft mit Aktivität und Vitalität verbunden wird, bringen Herbst und Winter bei vielen Menschen Müdigkeit, Antriebslosigkeit und ein bedrücktes Gefühl mit sich. Bei einem Teil der Bevölkerung bleiben diese Beschwerden nicht mild, sondern entwickeln sich zu einer Winterdepression.

Im Herbst werden die Tage immer kürzer. Es wird früher dunkel, und aufgrund der niedrigeren Temperaturen und des schlechteren Wetters verbringen wir mehr Zeit in Innenräumen. Dadurch bekommen wir weniger natürliches Tageslicht ab, obwohl dieses Licht eine entscheidende Rolle für das Funktionieren unseres Körpers spielt.

Im Winter leben wir größtenteils unter künstlichem Licht. Dies hat direkte Auswirkungen auf den biologischen Rhythmus, die Schlafqualität und letztlich auch auf Stimmung und Energie. Dieser Zusammenhang mit der Stimmung ist viel tiefgreifender, als du wahrscheinlich denkst ... Der Biorhythmus beeinflusst beispielsweise den Darm und den Umfang, in dem Serotonin (Glückshormon) produziert wird.

Was ist eine Winterdepression?

Eine Winterdepression, auch saisonal-affektive Störung oder Seasonal Affective Disorder genannt, ist eine Erkrankung, die im Herbst und Winter auftritt. Die Beschwerden sind saisonabhängig und verschwinden meist im Frühling und Sommer wieder.

Eine Winterdepression geht über eine bloße Vorliebe für sonnigere Monate hinaus. Menschen mit dieser Erkrankung fühlen sich in der dunklen Jahreszeit deutlich anders als im übrigen Jahr. Es entsteht ein spürbarer Unterschied bei Stimmung, Energie und täglicher Funktionsfähigkeit.

Der Einfluss auf die Lebensqualität kann groß sein. Für eine korrekte Diagnose muss ein wiederkehrendes Muster vorliegen, bei dem die Beschwerden mindestens zwei Jahre hintereinander im Herbst und Winter auftreten und im Frühling und Sommer abnehmen.

Wie häufig tritt eine Winterdepression auf?

Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung bemerkt überhaupt keinen Einfluss des Winters. Jährlich leiden etwa einer von sechzehn Niederländern während der dunklen Monate unter depressiven Beschwerden.

Bei etwa 450.000 Menschen sind die Beschwerden so schwerwiegend, dass der Alltag deutlich beeinträchtigt wird. Diese Beschwerden sind real und medizinisch anerkannt. Menschen mit einer Winterdepression stellen sich nicht an, sondern erleben tatsächlich körperliche und psychische Beeinträchtigungen. In der Welt der Persönlichkeitsentwicklung neigen wir heutzutage dazu, bestimmte Krankheitsbilder abzutun. Unserer Ansicht nach ist das nicht ganz gerechtfertigt ... Einige Krankheitsbilder existieren tatsächlich, nur die üblicherweise verschriebenen „Lösungen“ sollten unserer Meinung nach anders angegangen werden. Lies dafür weiter!

Wie entsteht eine Winterdepression?

Die genaue Ursache einer Winterdepression lässt sich nicht eindeutig bestimmen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Kombination mehrerer Faktoren, die sich gegenseitig verstärken.

Weniger Tageslicht und eine Störung der biologischen Uhr

Tageslicht ist der wichtigste Regulator des Schlaf-Wach-Rhythmus. Im Winter:

  • wird es später hell

  • wird es früher dunkel

  • erhalten wir tagsüber weniger Lichtreize (und mehr von den falschen)

Der Körper wird am liebsten wach, wenn es hell wird. Wenn dieser Rhythmus nicht mehr mit der Umgebung übereinstimmt, gerät die biologische Uhr aus dem Takt. Dadurch weiß der Körper weniger gut, wann er aktiv sein sollte und wann Ruhe erforderlich ist.

Störung des Melatoninhaushalts

Melatonin ist das sogenannte Dunkelheitshormon. Bei Menschen mit einer Winterdepression setzt dessen Produktion häufig später ein. Dadurch wird das Einschlafen schwieriger und der Schlafrhythmus verschiebt sich weiter, was die Müdigkeit während des Tages verstärkt.

Genetische Empfindlichkeit und Wohnumgebung

Allein in einem Land mit weniger Tageslicht zu leben, reicht meist nicht aus, um eine Winterdepression zu entwickeln. Häufig liegt auch eine genetische Veranlagung vor. Manche Menschen reagieren empfindlicher auf Veränderungen des Lichts und der biologischen Rhythmen als andere.

Störung der Neurotransmitter

Bei einer Winterdepression sind häufig auch die Systeme der Neurotransmitter gestört, darunter Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Diese Stoffe spielen eine wichtige Rolle für Stimmung, Motivation und Energielevel. Weniger Licht kann dieses Gleichgewicht negativ beeinflussen.

Symptome einer Winterdepression

Die Beschwerden einer Winterdepression entstehen meist allmählich im Herbst und nehmen zu, wenn das Tageslicht weiter abnimmt. Viele Menschen fühlen sich schneller müde, haben Schwierigkeiten aufzustehen und bemerken, dass ihre Motivation nachlässt. Auch Reizbarkeit tritt häufiger auf.

Im Winter können die Beschwerden deutlicher werden. Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit nehmen zu, das Selbstvertrauen kann sinken und soziale Aktivitäten werden häufiger vermieden. Außerdem treten regelmäßig Konzentrationsprobleme, ein geringeres Bedürfnis nach Intimität und ein stärkeres Verlangen nach kohlenhydratreichen Lebensmitteln auf. Bei manchen Menschen nimmt auch das Bedürfnis nach Alkohol zu.

Neben Stimmungsschwankungen spielen körperliche Signale eine große Rolle. Schlafprobleme, extreme Müdigkeit, Grübeln, Stimmungsschwankungen sowie Veränderungen des Appetits oder Gewichts treten bei einer Winterdepression häufig auf.

Folgen einer Winterdepression für den Schlaf

Schlafbeschwerden stehen bei einer Winterdepression häufig im Mittelpunkt. Das Einschlafen kann trotz Müdigkeit schwierig sein, während andere länger schlafen, aber nicht erholt aufwachen. Das Aufstehen am Morgen fällt schwer, und tagsüber bleibt die Schläfrigkeit bestehen.

Da die Melatoninproduktion später einsetzt, verschiebt sich der Schlafrhythmus, und es kann ein strukturelles Schlafdefizit entstehen. So kann man in einen Teufelskreis geraten ...

Winterblues oder Wintertief

Der Winterblues ist eine mildere Form der Winterdepression. Dabei erleben Menschen vor allem einen Energiemangel, ohne ausgeprägte Niedergeschlagenheit. Trotz des milderen Verlaufs kann auch ein Wintertief den Alltag beeinträchtigen.

Wichtiger Haftungsausschluss

Die folgenden Informationen stellen keine persönliche oder medizinische Beratung dar. Wir sind keine Ärzte oder medizinischen Fachkräfte. Sie basieren ausschließlich darauf, was wir selbst tun würden, wenn wir unter einem Wintertief oder winterdepressiven Beschwerden leiden würden, und was wir anwenden, um diese Beschwerden so weit wie möglich zu verhindern. Wende dich bei anhaltenden oder schweren Beschwerden immer an deinen Hausarzt oder eine andere qualifizierte Fachkraft.

Was wir bei einem Wintertief tun würden

Unserer Ansicht nach beginnt die Linderung eines Wintertiefs mit der Schaffung der richtigen Lichtumgebung. Licht ist eines der stärksten Signale für den Körper und spielt eine große Rolle bei der Regulierung des biologischen Rhythmus und der Produktion wichtiger Hormone.

Zunächst würden wir für ausreichend Kontakt mit starkem natürlichem Licht sorgen. Helles Tageslicht regt unter anderem Dopamin an, einen Neurotransmitter, der an Motivation, Energie und Stimmung beteiligt ist. Im Winter bekommen viele Menschen davon dauerhaft zu wenig ab.

Deshalb würden wir so oft wie möglich ohne Sonnenbrille nach draußen gehen, was im Winter normalerweise kein Problem darstellt. Den ganzen Tag draußen zu verbringen ist natürlich nicht realistisch, aber indem man zu festen Zeitpunkten Licht tankt, kann der Körper schnell die richtigen Signale empfangen.

Denke dabei an etwa zwanzig Minuten im Freien am Morgen, sobald es hell wird, erneut um die Mittagszeit und gegebenenfalls kurz bevor es wieder dunkel wird. Auf diese Weise lernt der Körper besser zu erkennen, wann Tag ist, was dabei hilft, den Biorhythmus zu stabilisieren.

Wenn du wenig Zeit hast, können auch kleine Anpassungen helfen. Zum Beispiel, indem du auf dem Weg zur Arbeit beim Autofahren kurz das Fenster öffnest – natürlich nur, wenn dies sicher möglich ist. Auch dadurch erreicht natürliches Licht die Augen und der Körper erhält das Signal, dass Tag ist.

Nach ausreichend Licht am Tag ist es mindestens ebenso wichtig, dem Körper deutlich zu machen, wann die Nacht beginnt. Das tun wir, indem wir abends möglichst auf blaues Licht verzichten. Blaues Licht hält das Gehirn nämlich aktiv und kann die Melatoninproduktion stören.

Dies kann beispielsweise durch die Verwendung einer Blaulichtblocker-Brille in den Abendstunden geschehen oder durch den Wechsel zu rotem Licht. Rotes Licht wird von den Melanopsin-Rezeptoren in den Augen kaum registriert und hat daher nahezu keinen störenden Einfluss auf den Schlafrhythmus. Für den Körper wirkt es fast genauso wie Dunkelheit – vergleichbar mit dem roten Licht der Abendsonne kurz vor ihrem Untergang.

Neben Licht spielt unserer Ansicht nach auch die Ernährung eine unterstützende Rolle. Durch Lebensmittel wie Fleisch und fetten Fisch kann der Körper auf natürliche Weise Vitamin D aufnehmen. In manchen Fällen kann es, immer in Absprache mit einer Fachkraft, sinnvoll sein, vorübergehend ein Vitamin-D-Präparat einzunehmen.

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